Richtig schönes Wetter, endlich mal wieder Sonnenschein. Ich mache mich fertig, um an meinem See spazieren zu gehen. Auslüften und mal wieder in die Natur eben. Als ich an meiner Bank ankomme, auf der ich immer eine Zigarettenpause mache, sitzt da ein uralter Mann und lächelt mir zu. Eigentlich sitze ich ja lieber alleine hier und sehe den Enten und Blesshühner zu, aber was soll’s. Kaum sitze ich, fängt der uralte Mann auch schon an zu erzählen. Von einem riesigen Fahnenmeer. Davon das Braun keine Farbe mehr, sondern eine Einstellung, Glaube, Politik geworden ist. Das selbst die Roten, Schwarzen, Grünen, Gelben, einfach alle, jetzt dem neuen Messias zujubeln und in den Himmel loben. Der Retter der Nation. Der Mann, der endlich wieder den Menschen im Land ihre Selbstachtung und ein wenig mehr Wohlstand bringen will. Der aber auch sagt, dass man dafür auch bereit sein müsse Opfer zu bringen. Und Millionen von Menschen jubeln bei seinen Worten auf, schreien sich ihre Kehlen heiser. Viele starreren ihren neuen Führer mit Tränen in den Augen an, saugen seine Worte wie Schwämme in sich auf. Ich höre den Mann eine ganze Weile weiter zu, mich haben die Jahre 1933 – 1939 schon immer gefesselt. Ich versuchte schon immer zu begreifen, wie so was damals möglich sein konnte. Irgendwann versiegte seine Redeschwall, und ich verabschiedete mich von ihm. Langsam wurde es kalt, Zeit nach Hause ins Warme zu gehen. Nach einigen Schritte rief mir der Mann ein kräftiges 'Heil Obama' hinterher. Völlig überrascht drehte ich mich zu ihm um...und der Mann hatte seine Faust gen Himmel gereckt, so wie seinerzeit die 'Black Panther'. Kopfschüttelnd ging ich weiter. Aber irgendwie kam ich dann doch ins grüben... Ach was, der spinnt doch wohl - Obwohl... Anmerkung: